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Blaue Umfärbung der Nachmittagsbetreuung

03.12.2019 - Nach der Streichung der Lernwerkstätten schickt die Stadt Wels nun parteinahe Vereine in die Schulen

Der FPÖ-nahe Familienverein „Abenteuer Familie“ steigt nun offenbar in die Nachmittagsbetreuung von Kindern in Volksschulen ein. Geboten werden Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung. „Was auf den ersten Blick sinnvoll klingt, hat eine Vorgeschichte, die von Kürzungen und einer blauen Umfärbung in der Kinderbetreuung erzählt“, sagt Marina Wetzlmaier, Vorstandsmitglied der Grünen Wels. Zur Erinnerung: „Bis vor kurzem gab es bereits an mehreren Nachmittagen pro Woche Lernwerkstätten für Kinder, vor allem für jene mit Förderbedarf in Deutsch.“ Das ganze fand in den Wohnvierteln Gartenstadt und Noitzmühle statt, jene Viertel in Wels mit den größten Anteilen an MigrantInnen. „Die Vorteile gerade dort vor Ort eine Lern- und Nachmittagsbetreuung anzubieten waren bekannt“, sagt Wetzlmaier: Niederschwelligkeit, räumliche Nähe, da es vielen Eltern nicht möglich ist ihre Kinder nachmittags wieder in die Schule zu bringen, etc. Selbst Integrationsstadtrat Gerhard Kroiß fand einst lobende Worte für die Lernwerkstätten vor Ort.

Doch auf das Lob folgte die Kürzung. Seit diesem Semester wird die Lernbetreuung nicht mehr angeboten, diese sollte es stattdessen in den Volksschulen selbst geben, hieß es. Argumentiert wurde die Streichung damit, dass es keine EU-Förderungen mehr dafür geben würde. Wetzlmaier: „Warum war es der Stadt dann nicht Wert dieses Projekt selbst so wie es war weiterzufinanzieren?“ Dass es am mangelnden Budget lag, lässt sich bezweifeln.

Fakt ist: Die Stadt Wels streicht die Lernbetreuung in den Wohnvierteln und schickt stattdessen einen FPÖ-parteinahen Verein in die Schulen. „Bildung liegt in der Verantwortung der Stadt und soll parteipolitisch unabhängig stattfinden“, fordert Wetzlmaier.


RÜCKFRAGEHINWEIS: Mag.a Marina Wetzlmaier, 0650/2907735, marina.wetzlmaier@gruene.at


Die Grünen Wels stellten zum Thema Förderungen im Integrationsbereich eine Anfrage im Gemeinderat. Hier geht's zur Anfrage


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