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Kürzung der Familienbeihilfe: Wels wird ein Problem im Pflegebereich bekommen

10.01.2018 - Mehrere hundert Menschen werden in Wels von so genannte „24-Stunden-BetreuerInnen“ gepflegt. Schon heute ist es für die vermittelnden Agenturen ausgesprochen schwierig geeignetes Personal – meist in Osteuropa – zu finden. Nun hat die schwarz-blaue Regierung die Kürzung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder beschlossen.

Nun hat die schwarz-blaue Regierung die Kürzung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder beschlossen. Das macht diese Aufgabe noch einmal deutlich unattraktiver, als sie ohnehin schon ist. Zwangsläufige Folge: Es werden mehr Menschen in den Pflegeheimen der Stadt unterkommen müssen.

Und diese sind dafür denkbar schlecht gerüstet: Den FPÖ, ÖVP und SPÖ haben 2017 beschlossen, die Anzahl der Pflegeplätze in Wels bis 2021 um 52 zu reduzieren. Dies entgegen jeglicher demographischer Prognosen. Das VP-nahe Hilfswerk geht nämlich von (bundesweit) 10 000 zusätzlichen Pflegebedürftigen jährlich aus, sowie davon, dass für diese 1500 Heimplätze im Jahr mehr nötig sind.  Umgerechnet auf Wels bedeutet das: Wels braucht bis 2021 rund 40 Pflegeplätze mehr. Und nicht 52 weniger. In diese Prognose noch gar nicht mit eingerechnet ist, dass aufgrund der Kürzungen bei der Familienbeihilfe weniger „24-Stunden-BetreuerInnen“ kommen könnten.

Generell wird die Suche nach Pflegepersonal schwieriger. Gerne wird in politischen Sonntagsreden angekündigt, den Pflegebereich attraktiver zu machen; allein es passiert das Gegenteil. So traf die von FP/VP Kürzung der freiwilligen Weihnachtszulage schon alle Pflegebediensteten der Seniorenbetreuung. Durch weitere, bereits durchgeführte sowie geplante, Einsparungen wird ein Job im Pflegebereich des Magistrates immer unattraktiver.

Dass private Betreiber einspringen ist wohl eher unwahrscheinlich. Es ist schwierig, mit Pflege Profit zu machen. Im März 2018 schließt das private Linzer Pflegeheim „Kursana“: 138 SeniorInnen verlieren ihren Heimplatz „aus wirtschaftlichen Gründen“.

Die Welser Grünen fordern nun die Rücknahme der Reduzierung der Heimplätze und generell der Einsparmaßnahmen im Pflegebereich. „Es ist einfach schäbig, auf Kosten der Schwächsten zu sparen“, so Gemeinderätin Stefanie Rumersdorfer: „Die Kürzungen würden eine deutliche Erhöhung der Wartezeit auf einen Heimplatz sowie eine Verschlechterung der Pflegequalität bedeuten und außerdem weitere Belastungen für das Personal.“

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RÜCKFRAGEHINWEIS: MMag.a Stefanie Rumersdorfer, 0676/3708611, stefanie.rumersdorfer@gruene.at

PRESSEFOTOS: https://wels.gruene.at/stefanie-rumersdorfer 

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