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am 2. Mai

Der Welser Kulturbereich zwischen Hoffnung und Sorge

Thomas Rammerstorfer - Eva Blimlinger, Historikerin und Kultursprecherin der Grünen im Nationalrat, verbrachte den Dienstag mit Begegnungen mit der Welser Kulturszene. Begleitet wurde sie dabei von ihrem Referenten Nikolaus Ganahl, Marina Wetzlmaier von Radio FRO und mir.

Begonnen hat Blimlingers Wels-Tag im Medienkulturhaus, wo Günter Mayer die Geschichte des Hauses darlegte und auf die Gegenwart mit den in der Covid 19-Krise neu gestalteten Formaten der Kulturvermittlung einging. Einig war man sich, dass wohl manches Neue bleiben wird, insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Doch auch die jetzt so schmerzhafte vermissten persönlichen Begegnungen werden ein Comeback, vielleicht sogar mit größerer Wertschätzung, haben.

Die möglichen bleibenden Veränderungen durch die Pandemie waren auch Thema im Programmkino, wo uns Christian Pucher empfing. Das Welser Programmkino sei in einer aussichtsreichen Lage, da man mit dem Standort im MKH quasi ein Komplettprogramm vermitteln könne. Zuerst eine Ausstellung, dann ins Kino, anschließend noch Abendessen oder was trinken im Extrazimmer: Das sei durchaus etwas Besonderes. Auch wolle man vermehrt auf Abende setzen, wo nach dem Film eine Diskussion mit den Filmschaffenden möglich ist. Mit solchen Formaten sammelte man vor der Krise sehr gute Erfahrungen. Kindervorstellungen werden verstärkt im Post-Covid-Programm Platz haben. Wir drücken die Daumen!

Thomas Rammerstorfer, Eva Blimlinger und Wolfgang Wasserbauer vor dem Schl8hof Wels
Thomas Rammerstorfer, Eva Blimlinger und Wolfgang Wasserbauer

Eine Führung durch das Haus mit Harald Schermann rundete den Besuch ab. Besonders angetan war die ehemalige Rektorin der Akademie für Bildenden Künste auch vom „Kaiserpanorama“.​

​Für Eva gab es anschließend ein Wiedersehen mit dem Alten Schlachthof. Blimlinger war in den 1980ern oft bei den Welser Filmtagen zu Gast, wo auch in dieser Stätte geschaut und gefeiert wurde. Mit Geschäftsführer Wolfgang Wasserbauer und Stefan Haslinger von der Kulturabteilung gab es ein episodenreiches und herzliches Gespräch über die oberösterreichische Kulturszene der letzten 40 Jahre, über Piratenradios, die KUPF und die Entwicklung manch alter Weggefährten.​

Nächste Station war der FreiRaumWels, wo Obfrau Monika Weichselbaumer und ihr Stellvertreter Ralf Drack die Idee des Projektes präsentierten. Thema waren natürlich auch die aktuellen Finanzierungsschwierigkeiten nach Kündigung des Mietvertrages durch Bürgermeister Rabl, vor allem aber die erfolgreiche Solidaritätskampagne dagegen. Danke für die lecker Torte, Monika!

Anschließend besprachen wir mit Albert Neugebauer von der Initiative Denkmalschutz die in Wels zahlreichen Herausforderungen in diesem Bereich. Blimlingers Wels-Tag endete mit einem von Neugebauer geführten Spaziergang durch Altstadt, Stadtplatz und Burggarten, gespickt mit zahlreichen – mitunter tragikkomischen – Anekdoten aus den langjährigen Bemühungen um Respekt vor unserem historischen Erbe.

„Ein anderes Wels ist möglich“ ist der Leitgedanke unserer Wahlkampagne. Die Kulturarbeiter*innen und Kreativen der Stadt sind ein wesentlicher Teil dieses „anderen Wels“ – jetzt schon. Sie brauchen Freiheit, Freiraum, aber auch Sicherheit vor prekären Arbeitsverhältnissen und Selbstausbeutung. Dafür werden wir uns auf allen Ebenen der Politik einsetzen. Mit Eva Blimlinger haben wir ein tolle Verbündete.

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