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am 10. April

Letzte Baracke soll Welser Migrationsmuseum werden

- Zehntausende Welser*innen haben einen "Migrationshintergrund": Sie kamen als Volksdeutsche, als Flüchtende, als Arbeitsmigrant*innen, auf der Flucht vor Kriegen und aus anderen Ursachen. "Ihnen einen Ort der Erinnerung und Information zu geben, wäre ein logisches Anliegen", so der Grünen-Spitzenkandidat Thomas Rammerstorfer.

Baracke Welser Migrationsmuseum
Thomas Rammerstorfer vor Welser Baracke

​Zehntausende Welser*innen haben einen "Migrationshintergrund": Sie kamen als aus vielen osteuropäischen Staaten vertriebene Volksdeutsche nach dem Krieg, als Flüchtende der Ungarnkrise 1956, als Arbeitsmigrant*innen aus Jugoslawien und der Türkei, als "Boat People" aus Südostasien und aus aller Herren Länder in den letzten Jahren, auf der Suche nach Arbeit, auf der Flucht vor Kriegen und aus anderen Ursachen. "Ihnen einen Ort der Erinnerung und Information zu geben, wäre ein logisches Anliegen", so der Grünen-Spitzenkandidat Thomas Rammerstorfer, "und die leer stehende letzte Baracke des Lagers 1001 wäre der logische Ort dafür."

Nun soll hier nach seinen Vorstellungen ein Museum entstehen. Dafür gäbe es bereits einen Grundstock, die 25 Schautafeln der Ausstellung "Wir von überall", die 2015 im Rathaus gezeigt wurden, stünde bereit.

Wichtig sei eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen, so Rammerstorfer. Mit der VS 10, der VS 11 und der NMS 8, alles Schulen mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund, wäre eine Kooperation zu einem weiteren Ausbau des Museums nahliegend. "Da gibt es unheimlich viele Geschichten und Geschichte zu erzählen - und sicher wäre es für die Lichtenegger Kinder auch gut zu wissen, wie ihr Stadtteil entstanden ist.", so Rammerstorfer, "es ist enorm wichtig, dass die jungen Menschen sich mit Wels identifizieren." Für die Betreuung des Museums könnte ein Verein von Ehrenamtlichen sorgen, auch hier gibt es schon Interessenten. "Eigentlich könnten wir sofort nach Abklingen der Pandemie loslegen" ist der Welser Grüne überzeugt.

Ein weiterer Aspekt solle die römische Geschichte von Wels werden. Hier gibt es bereits Kontakte mit dem Römerverein Ovilava. Die Wanderausstellung "Alle Wege führen nach..." fand in Zusammenarbeit mit der oberösterreichischen Landesausstellung 2018 statt und wird jetzt im Welser Römermuseum angeboten.

​Die Ausstellung zeigt, dass viele Länder, aus denen Menschen kommen, die heute in Wels und Enns leben, vor etwa zweitausend Jahren zum Römischen Reich gehörten. Auch sie könnte in der Baracke eine neue Heimat finden.

Wichtig wäre nun, rasch ein exaktes Konzept auszuarbeiten, um vom Bundesdenkmalamt Unterstützung für die Sanierung der Baracke zu bekommen: "Ohne Nachnutzungskonzept kriegen wir nichts, ich hoffe die Zuständigen kommen da bald in die Gänge", so Rammerstorfer. Um die notwendigen weiteren Schritte abzuklären wird Rammerstorfer gemeinsam mit Abg. z. Nationalrat Ralph Schallmeiner dem Präsidenten des Bundesdenkmalamtes von der Idee berichten. Ein Termin im April wurde bereits fixiert. Im ersten Bericht des BDA wurde festgestellt, dass die Baracke "sehr gut erhalten sei". Dort heisst es weiter: "Der Erhalt von bauzeitlichen Bögen, Decken, Wände, Türen und selbst der Elektrik ist bemerkenswert".

Dass auch eine zusätzliche Nutzung der Räumlichkeiten, etwa durch einen Sport- oder Kulturverein, möglich sein wird, hält er durchaus für möglich. "Hier gibt es auf die Initiative der `Monatlichen` schon einige interessante Rückmeldungen.


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