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am 19. September

Maurer-Deponie stinkt zum Himmel

Walter Teubl - Unter dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie könnten gefährliche Problemstoffe lagern.

Maurer Deponie Vogelweide
Untersuchungen auf dem heute als Ackerland genutzten Grundstück

Grundbesitzer vermutet gefährliche Ablagerungen

Anfang September 2018 kam das Grundstück der ehemaligen Mülldeponie der Stadt Wels nördlich der Da-Vinci-Akademie in die Schlagzeilen. Der Besitzer des Grundstückes vermutet gefährliche Ablagerungen und ließ daher auf eigene Kosten Untersuchungen durchführen. Diese sollten klären, ob unter dem heute als Ackerland genutzten Grundstück tatsächlich nur unbedenklicher Hausmüll lagert oder ob dort auch Problemstoffe liegen, die sich als tickende Zeitbombe entpuppen könnten.

Baggerung brachte unliebsame Überraschungen zu Tage

Nachdem erste Bohrungen bereits den Verdacht des Grundbesitzers erhärtet hatten, wurde gebaggert. Rasch kamen in dem etwa 4x4m großen Aushub Dinge zum Vorschein, die nicht so unproblematisch sein dürften. So wurden beispielsweise einige Ölfässer zu Tage gefördert. Als schließlich eine Flüssigkeit aufgespürt wurde, die einen beißenden Geruch verströmte, wurden die Aushubarbeiten beendet und Anzeige erstattet.

Behörden interessieren sich für die Ablagerungen

Auf Initiative der Grünen Wels interessierte sich schließlich auch die Umweltabteilung des Landes Oberösterreich für die Verdachtsfläche. Die entnommenen Proben wurden vom Umweltbundesamt abtransportiert und einer eingehenden Analyse unterzogen, deren Ergebnisse noch nicht vorliegen.

Jahrelange Ablagerungen durch die Stadt Wels

Die Stadt Wels hat die ehemalige Schottergrube von 1964 bis in die Siebziger Jahre als Mülldeponie genutzt. Das Volumen der Ablagerungen in der etwa 10 m tiefen Grube soll etwa 400.000 m3ausmachen. Abgelagert wurden neben Hausmüll offensichtlich auch Bauschutt, Sperrmüll und Industrieabfälle.

Der Nordteil der ehemaligen Deponie wird vom Umweltbundesamt als Verdachtsfläche geführt, weil diverse Messungen in der Vergangenheit die Unbedenklichkeit der Ablagerungen nicht erhärten konnten. Die aktuellen Untersuchungen werden hoffentlich einen genaueren Aufschluss über die Zusammensetzung des Mülls geben und damit auch endlich klarstellen, wie mit den Flächen in Zukunft zu verfahren ist.

Stadt Wels darf sich ihrer Verantwortung nicht entziehen

Sollte sich der Verdacht bestätigen, so wäre nach Meinung der Grünen die Stadt Wels als Verursacher in der Pflicht. Eine Sanierung der Deponie wäre dann, so kostspielig das ist, eine unumgängliche Notwendigkeit. Es muss unbedingt ausgeschlossen werden, dass durch diese Deponie das Grundwasser verseucht wird oder Anrainer gefährdet sind.

Die Stadt Wels darf sich nicht durch juristische Spitzfindigkeiten der Verantwortung entziehen und sich auf wilde Ablagerungen ausreden, da sie laut Bescheid die Verpflichtung gehabt hätte, die Deponie einzuzäunen und zu bewachen, was offensichtlich nicht erfolgt ist.

Auch Da-Vinci-Akademie steht auf ehemaligem Deponiegelände

Auf dem Südteil des Deponiegeländes wurde 2010 die sogenannte Da-Vinci-Akademie errichtet, nachdem das Umweltbundesamt das Areal aus dem Verdachtsflächenkataster genommen hat. Allerdings wurden auch hier eine Reihe von Auflagen gemacht, so durfte die Schule beispielsweise nicht unterkellert werden.

Aus heutiger Sicht erscheint es unverantwortlich, auf einem ehemaligen Deponiegelände eine Schule zu errichten. Um jede Gefährdung von Schülerinnen und Schülern auszuschließen, fordern die Welser Grünen, dass auch dort noch einmal Untersuchungen des Geländes vorgenommen werden.


Die Maurer-Deponie stinkt zum Himmel

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