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am 30. Juli 2013

Flott auf zwei Rädern

Walter Teubl - Das Auto ist für die meisten Welserinnen und Welser das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Manchmal im Stau zu stehen und die stets nervige Parkplatzsuche nimmt man meist zähneknirschend in Kauf.Es siegt die Bequemlichkeit: Man gelangt mühelos überall hin und die Einkäufe lassen sich gut verstauen.

Doch fürs Einkaufen oder den Weg zur Arbeit muss nicht immer das Auto gestartet werden. Gerade jetzt mit der beginnenden warmen Jahreszeit ist wieder ein idealer Zeitpunkt, um sich die Vorteile des Radfahrens genauer anzuschauen und diese alternative Fortbewegungsart zu testen.

Gute Gründe fürs Radfahren

Kurz gesagt: Radeln ist kostengünstig, gesund, umweltverträglich und oft schneller als Autofahren.

Kostengünstig: Gerade in Zeiten von steigenden Spritpreisen kann durch den Umstieg aufs Rad das Geldbörsel geschont werden. Es besteht keine Versicherungspflicht beim Radfahren und auch die Anschaffungs- und Reparaturkosten fallen geringer aus als beim PKW.

Gesund: Um mit dem Fahrrad vorwärts zu kommen, muss man selbst in die Pedale treten. Das verschafft Bewegung, und etwas frische Luft bekommt man gleich mit dazu.

Umweltverträglich: Durch den Umstieg aufs Rad reduzieren sich Staus, Verkehrslärm und Abgase. Der motorisierte Verkehr ist einer der Hauptverursacher von Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden. Gerade in Wels werden die Grenzwerte für krebserregenden Feinstaub immer wieder überschritten.

Schnell: Statistisch gesehen ist jeder zweite aller mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer als fünf Kilometer. Auf diesen Distanzen ist das Fahrrad oftmals das schnellere Verkehrsmittel. Diese Erkenntnis hat sich auch bei der Verkehrsmittelvergleichsfahrt 2010 in Wels bestätigt.

Darüber hinaus bedeutet mehr Radverkehr eine Wiederbelebung des öffentlichen Raums. Dieser wird wieder zum Ort der Begegnung und der Kommunikation. Dadurch tut sich auch wieder mehr im Stadtkern – ein Umstand, von dem gerade der örtliche Handel profitiert.

Viel Radverkehr ist ein Ergebnis des politischen Willens

Ob man nun zum Fahrrad oder dem Autoschlüssel greift, ist jedoch nicht nur eine Frage der Überwindung des inneren Schweinehunds. Es liegt auch viel an der Politik, ob es Freude macht sich aufs Rad zu schwingen. 

Dass Städte wie Groningen, Bozen oder Freiburg einen Radverkehrsanteil von rund 30 Prozent haben, ist das Ergebnis von gezielten Imagekampagnen und einem lückenlosen Radwegenetzes.

Wels hat für das Radfahren ideale Voraussetzungen. Es ist flach und die Distanzen sind nicht allzu groß. Im Umkreis von fünf Kilometern ist fast alles zu erreichen. Trotzdem liegt der Radverkehrsanteil gerade einmal bei 10,6 Prozent (Verkehrserhebung 2001).

Eine engagierten Verkehrspolitik könnte den Radverkehrsanteil am Welser Verkehrsaufkommen bis Ende 2015 auf mindestens 15 Prozent anheben. Dazu muss aber zunächst wieder ein fahrradfreundliches Klima in unserer Stadt geschaffen werden. Dafür braucht es zum Beispiel durchgängige Radrouten, die die Stadtteile mit der Innenstadt oder auch untereinander verbinden.

Grüne Initiativen

In der Gemeinderatssitzung vom 15. April 2013 haben die Welser Grünen drei Anträge eingebracht, die den Radverkehr in Wels stärken sollen.

Mehr Geld. Um fahrradfreundliche Initiativen in der Stadt umsetzen zu können, ist schlicht und ergreifend mehr Geld als bisher dafür nötig. Die Grünen Wels fordern daher, dass die Stadt im Budget fünf Euro für jede Welserin und jeden Welser für Radverkehrsmaßnahmen vorsieht (derzeit sind es nur 2,20 Euro).

Fahrradverleihsystem. Das Fahrrad soll im Alltag sichtbarer werden. Das ist ein erklärtes Ziel der Grünen Wels. Mit einem Fahrradverleihsystem wird dafür ein wichtiger Schritt gesetzt, da es dann möglich ist, sich jederzeit an einer der Verleihstationen ein Rad zu leihen.

Beratung und Hauptrouten. Oft sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Deshalb regen die Grünen Wels an, eine Fahrradberatung durch das Land Oberösterreich durchführen zu lassen, um so Schwachstellen und Potentiale zu erkennen. Gleichzeitig werden vom Land Oberösterreich gemeindeübergreifende Fahrradhauptrouten gefördert, wovon auch die Stadt Wels profitieren kann.

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