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am 30. Juli 2013

Grüne und Radfahren - ein Gespräch

Walter Teubl - Grüne und Radfahren das passt perfekt zusammen. Muss man dabei aber gleich automatisch das Auto verteufeln? Ein Gespräch mit Renate Leitinger und Walter Teubl.

Seid ihr so klassische Grüne, die immer und überall mit dem Rad auftauchen?

Renate: Das Fahrrad ist für mich das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Nur wenn ich größere und schwerere Sachen, wie zum Beispiel Blumenerde, zu transportieren habe, dann kommt das Auto zum Einsatz.

Walter: Jein. In der kalten Jahreszeit fahre ich immer mit dem Auto. Wenn’s dann wieder wärmer wird, kommt auch die Lust aufs Radfahren wieder. Das Auto ist aber trotzdem aus meinem Alltag nicht wegzudenken.

Ist das dann nicht ein Widerspruch? Grün und Auto passt doch nicht zusammen.

W.: Keineswegs. Grüne sind keine ökologischen Hardliner. Nur weil ich mich für eine bessere Infrastruktur für Fahrrad- und öffentlichen Verkehr einsetze, heißt das nicht automatisch, dass ich auf das Auto völlig verzichte.

Wo ist das Problem beim Welser Radverkehr?

W.: Die Stadt hat in der Vergangenheit viele grüne Initiativen umgesetzt. Beispielsweise das Fahren gegen die Einbahn oder vorgezogene Aufstellflächen bei Ampeln für RadlerInnen. Seit 2009 hat sich allerdings nicht mehr sehr viel getan. Es wurde kein einziger Kilometer Radweg neu gebaut. Die farblich erkennbaren Mehrzweckstreifen auf der Fahrbahn verblassen ebenso wie die Markierungen für Radler.

R.: Gerade im Winter zeigt sich gut, wie stiefmütterlich die RadlerInnen in Wels behandelt werden. Radwege dienen dann oft der Ablagerung der Schneemengen. Sie werden – falls überhaupt – meistens sehr spät geräumt. Das zeigt sehr gut, welchen Stellenwert der Radverkehr für die politisch Verantwortlichen hat.

Was sind also eure konkreten Forderungen?

W.: Die Welser PolitikerInnen müssen sich wieder klar zur umweltfreundlichen Mobilität bekennen. Denn nicht Worte, sondern vor allem Taten überzeugen. Zum Beispiel endlich ein flächendeckendes Fahrradverleihsystem in der Stadt installieren oder die Lücken im Radwegnetz zu schließen.

R.: Dass die Stadt eine Fahrradberatung durch das Land Oberösterreich in Anspruch nehmen wird, werten wir bereits als erstes positives Signal, dass sich in Zukunft wieder mehr in punkto Fahrrad bewegen wird. Dennoch werden wir an dem Thema dran bleiben, damit es nicht nach anfänglicher Euphorie wieder verpufft.

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